Ätiologie
Zur Zeit sind in Deutschland rund acht Millionen Menschen an einem Diabetes mellitus erkrankt, wovon allerdings nur 2/3 der Patienten diagnostiziert sind. Dabei ist insbesondere für den Typ-2 Diabetes (ca. 90% aller Diabetesfälle) eine kontinuierliche Zunahme von Prävalenz und Inzidenz festzustellen.
Generell stellt diese klassische Zivilisationskrankheit, bei der Lifestyle-Faktoren die treibende Kraft der Epidemie sind, ein großes gesundheitsökonomisches Problem dar, bei dem 25% der Gesamtkosten des Diabetes mellitus und 47% aller diabetesbedingt anfallenden Krankenhaustage auf die Therapie des diabetischen Fußsyndroms zurückzuführen sind.
Neben den allgemeinen Therapiekosten müssen auch Akutkomplikationen (hyper- und hypoglykämische Entgleisung und Koma) sowie die weiteren chronischen Komplikationen wie Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie beachtet werden.
Das diabetische Fußsyndrom stellt somit ein besonderes Problem unter den Komplikationen des Diabetes dar, wobei es nicht ausschließlich eine klassische Spätkomplikation des Diabetes ist, sondern bereits bei neu diagnostizierten Diabetikern gehäuft vorkommt.
Gerade die diabetische Neuropathie ist klassische Ursache des diabetischen Malum perforans, wobei auch die Systemkrankheit Diabetes mellitus mit der Störung der Blutviskosität, der Mikrozirkulationsstörung und einer gestörten inflammatorischen Reaktion zu primär bereits verschlechterten Konditionen für eine heilende Wunde führt. Weitere wesentliche Komponenten der Ulkusentstehung sind erhöhte plantare Drücke und häufig eine gleichzeitig vorliegende Angiopathie.


