Kompendium Wundbehandlung Wundheilung
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Grundlagen > Keimbesiedelung > Silberhaltige Wundauflagen

Silberhaltige Wundauflagen und Tamponaden

  
Bestandteile Silber in unterschiedlicher Form (elementares Silber, nanokristallines Silber, anorganische Silberkomplexe, Silberionen) 
Besonderheit hohe antiseptische Wirkung 
Funktionsweise Silber-Kationen bilden Komplexe mit Proteinen von Bakterienzellen, die zum Zelltod des Krankheitserregers führen. 
Indikationen klinisch infizierte Defekte und zur Infektionsprophylaxe 
Darreichungsformen Kompressen, Tamponaden 
  

Ausgelöst durch die Zunahme an Antibiotikaresistenzen und dem verbesserten Kenntnisstand über die Toxizität von topischen Antiseptika sind in den letzten Jahren vermehrt silberhaltige Wundauflagen entwickelt wurden, die diese Nachteile nicht haben. Je nach Hersteller stehen unterschiedlich aufgebaute Wundauflagen zur Verfügung. Allen ist gemeinsam, dass beim Kontakt mit Wundsekret (Feuchtigkeit) eine Freisetzung von Silber-Ionen erfolgt. Diese wirken stark biozid, unter anderem gegen Pilze und multiresistente Bakterien (Wright et al. 1998, 1999, Thomas u. McCubbin 2003, Müller et al. 2003).

 

Die meisten Erfahrungen liegen mit einer Silber-Aktivkohle-Auflage vor (Stadler u. Wallenfang 2002). Sie eignet sich sehr gut zur unterstützenden Infektsanierung und Infektionsprophylaxe beim Diabetischen Fußsyndrom mit Durchblutungsstörungen. Neben der Keimabtötung bindet diese Wundauflage auch bakterielle Endotoxine, die wundheilungshemmend wirken (Müller et al. 2003).

 

Für sezernierende Ulzera, bei denen Mazerationsgefahr für die umliegende Haut besteht, sind silberhaltige Hydrofasern zu empfehlen. Derartige Auflagen nehmen Wundflüssigkeit direkt in ihre Fasern auf und verhindern so eine Retention (Williams 1999). Cochrane et al. (2004) berichten, dass durch Anwesenheit einer silberhaltigen Hydrofaser-Wundauflage die Konzentration entzündungsfördernder Zytokine verringert werden konnte, was insbesondere für chronische Wunden von Bedeutung ist.






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