Biochirurgie - Madentherapie
In den letzten Jahren erfährt eine, schon von Naturvölkern genutzte Therapie, eine Renaissance, die Behandlung von Ulzera mit Maden der Kaisergoldfliege Lucilia sericata. Das Faszinierende an diesem Verfahren ist die Wirkungsweise der Maden. Kontrolliert in die Wunde eingebrachte Larven geben ihre Verdauungssäfte in die Umgebung ab, wodurch abgestorbenes Gewebe verflüssigt wird. Gleichzeitig sind die Larven in der Lage antiseptische und antibiotische Wirkstoffe abzusondern, die eine ausgesprochen gute antimikrobielle Wirkung haben, z.B. gegen MRSA bzw. ORSA (Thomas et al. 1999, Bonn 2000). Den Verdauungsbrei nutzen die Larven für ihre Ernährung und saugen ihn auf. Auch konnten in den larvalen Verdauungssekreten Wachstumsfaktoren gefunden werden, die eine zusätzliche Stimulation der Wundheilung hervorrufen (Fleischmann u. Grassberger 2002).


