Enzymatisches Debridement
Die Wirksamkeit von enzymatischen Präparaten ist umstritten (Bradley et al. 1999, Gottrup 2002, Brandt et al. 2003). Für die Effizienz der enzymatischen Mitteln ist die Wasserstoffionenkonzentration innerhalb der Wunde von ausschlaggebender Bedeutung. Eine ausreichende Wirkung ist nur in einem engen pH-Bereich gegeben. Neuere Untersuchungen von Dissemond (2004) belegen, dass der pH-Wert chronischer Wunden innerhalb eines größeren Bereichs schwankt. Die gemessenen Werte lagen nicht im Bereich des pH-Optimums der enzymatischen Mittel.
Unabhängig davon ergeben sich dann Einsatzmöglichkeiten, wenn kein chirurgisches Debridement erfolgte und ein autolytisches Debridement nicht zum erwünschten Ziel führte. Je nach Präparat muss zum Erhalt einer pharmakologischen Wirkstoffkonzentration eine erneute Applikation nach 12 bzw. 24 Stunden erfolgen. Unterstützend für den Erfolg einer enzymatische Wundreinigung ist ein feucht-warmes Wundmilieu, wozu semi-okklusive Wundauflagen benötigt werden.


