Natürliche Feuchtigkeitsfaktoren (NMF)
Neben den interzellularen Lipiden sind die natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren („Natural moisturizing factors“ = NMF) entscheidend für den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Die NMF, bestehend aus Aminosäuren und anderen physiologisch wirksamen Substanzen wie Milchsäure, Harnstoff und Salzen, befinden sich alle in der Hornschicht (Schürer und Kresken 2000, Marino 2001, Loden 2003). Sie stellen hygroskopische Strukturen dar, die in der Lage sind, Wasser aus der Umwelt anzuziehen und zu binden.
Harnstoff, ein Endprodukt des Aminosäurestoffwechsels, befindet sich zu ca. 1,5% in der menschlichen Haut. Er wird zum größten Teil über den Harn, aber in nicht unwesentlichen Mengen auch über die Schweißdrüsen ausgeschieden. Neben seiner hohen Wasserbindungskapazität wirkt Harnstoff keratoplastisch und antipruriginös, ihm fehlen auch allergisierende Eigenschaften. Harnstoff auf die Haut aufgetragen, durchdringt die Hornschicht und kann bis zur Dermis penetrieren und wird nicht weiter abgebaut. Diese Eigenschaften sind auch der Grund dafür, dass Harnstoff schon seit vielen Jahren in der externen Therapie von Hauterkrankungen eingesetzt wird (Wohlrab 1993, Schürer und Kresken 2000).


