Kompendium Wundbehandlung Wundheilung
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Grundlagen > Zelluläre Dysfunktionen > Hyaluronsäure (HYAFF) > HYAFF und Wundheilungsphasen

Hyaluronsäure und Wundheilungsphasen

Inflammation / Entzündungsphase

 

In der frühen Entzündungsphase ist eine starke Zunahme von Makrophagen zu beobachten. Diese Zellen sezernieren unter anderem Wachstumsfaktoren, z.B. PDGF oder TGF-ß. Fibroblasten und Keratinozyten werden angelockt. Fibroblasten produzieren extrazelluläre Matrixkomponenten, wie Kollagen und Hyaluronan. Die HS-Konzentration ist am dritten Tag nach der Wundentstehung im Bereich der Wunde am höchsten und sinkt bis zum fünften Tag fast gegen Null. HS  moderiert den Entzündungsprozess, indem die zu produzierende Menge von entzündungsfördernden Zytokinen (z.B. TNF-Alpha, IL-1ß) über die Vermittlung des Zelloberflächenrezeptors CD44 beeinflusst wird.

Ferner kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass immunologisch aktive Zellen die extrazelluläre Matrix als Medium für ihre Migration nutzen. Durch die Ausbildung von extrazellulären Spalten wird die Migration immunologisch aktiver Zellen erleichtert. So können sich z.B. Langerhanszellen und Lymphozyten in die Epidermis hinein bzw. aus ihr heraus begeben.

 

 

Granulation / Proliferation

 

Da HS in der Lage ist, bis zum 3000-fachen ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit zu absorbieren, liefert sie eine stark hydrierte Matrix. In dieser Matrix werden durch einen erhöhten osmotischen Druck die Zellabstände erweitert, um die Migration von Fibroblasten und Keratinozyten zu fördern. Ein hoher Gehalt an HS in der ECM führt zu einer gesteigerten Mitose der Fibroblasten.

Vermittelt durch HS erfolgt zur Stabilisierung des entstehendes Granulationsgewebes eine Abschwächung der Entzündungsvorgänge.

In der Folge ist ein Abbau von HS zu niedermolekulare Formen zu beobachten, die die Neoangiogenese stimulieren. Durch schnelles Einspriessen von neuen Blutgefäßen ins Granulationsgewebe verbessert sich die Versorgungssituation im Wundgebiet. Der ausreichende Zustrom an Nährstoffen, Sauerstoff und immunkompetenten Zellen wirkt beschleunigend auf die Wundheilung.

 

 

Reepithelisierung

 

Durch eine Migration von Keratinozyten erfolgt die Reepithelisierung. Auch an dieser Stelle wird die Expression der Zellbewegungen durch HS beeinflusst. Interessant ist ferner der Fakt, dass durch eine hyaluronsäurereiche Matrix die Einlagerung von Kollagen verringert wird, und es damit zu einer geringeren Narbenbildung und Fibrose kommt.

 

→ Hyaluronsäure - klinische Bedeutung






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