Hydropolymere / Schaumstoffe
| Bestandteile | Mehrschichtaufbau unterschiedlicher Polyurethane, eingebettete Superabsorber, Hydropolymerschäume oder Hydrofasern |
| Besonderheit | hohe Absorptionsfähigkeit hohes Retentionsvermögen |
| Funktionsweise | Aufbau eines feucht-warmen Wundmilieus |
| Indikationen | nässende bis stark sezernierende Defekte |
| Darreichungsformen | Wundauflagen mit Kleberand Wundauflagen ohne Kleberand |
Polyurethanschäume sind mehrschichtig aufgebaut. Um ein Verkleben mit dem Wundgrund zu verhindern sind die Schäume wundseitig je nach Hersteller z.B. mit Hydrogelen oder Hydrokolloiden beschichtet, feinporig aufgebaut oder als Silikonschicht ausgeführt. Der zentrale Kern ist ein grob- oder feinporiger PU-Schaum. Durch zusätzliche Superabsorber oder Hydrofasern ist er für eine hohe Sekretaufnahme prädestiniert. Als Außenschicht wird in der Regel ein semi-okklusiver PU-Film eingesetzt, welcher einen freien Gas- und Wasserdampfaustausch ermöglicht.
Unter den Hydropolymerverbänden bildet sich ein ideal feuchtes Wundmilieu. Hervorzuheben ist die gute Thermoisolation (30-35° C, Thomas 1990), was insgesamt zur Stimulation von Granulation und Neoangiogenese führt. Die Schaumstoffe werden daher auch gern zur Konditionierung vor Hauttransplantationen eingesetzt.
Vor der Applikation ist darauf zu achten, dass ausreichend Wundsekret vorhanden ist, da die Wundauflagen selbst keine Feuchtigkeit abgeben. Auf freiliegenden Sehnen und Knochen sind Hydropolymerverbände wegen ihrer guten Saugfähigkeit nicht zu applizieren, da es zum Austrocknen des Wundgrundes und dadurch zur Entwicklung von Nekrosen kommen kann.
Selbstklebende Hydropolymerauflagen müssen der besseren Haftung wegen über Wundgröße hinaus auf der wundumgebenden Haut ca. 2-3 cm überlappend appliziert werden. Je nach Sekretanfall können die Wundauflagen bis zu sieben Tagen auf dem Ulkus verbleiben. Für klinische Infektionen eignen sich nur Schaumstoffe ohne äußeren PU-Film.
→ Glycerinhaltige Wundauflagen


