Operative Therapie der DNOAP
Die chirurgische Therapie des Charcot-Fußes kommt dann zum Tragen, wenn das konservative Therapieregime nicht in der Lage ist, einen plantigraden, belastbaren Fuß hervorzubringen.
Die besten Vorraussetzungen für ein erfolgreiches chirurgisches Verfahren liegen im Eichenholtz-III-Stadium, da hier die Gegebenheiten für eine stabile Osteosynthese ohne Rezidivdeformität und Pseudarthrose bestehen.
Rezidivierende Ulzerationen, die auf dem Boden lokaler Exostosen entstanden sind, sollten nach Möglichkeit, nach Abheilen des Ulkus, mit einer lokalen Exostosenresektion behandelt werden. Die Exostosenabtragung sollte nach Abheilen des Ulkus bei intakten Hautverhältnissen erfolgen. Dabei ist die Hautinzision als »full thickness flap« bis auf den Knochen durchzuführen, um Wundheilungsstörungen vorzubeugen.
Bei plantaren Ulzerationen und Exostosen stellt die Exostosenresektion durch eine elliptische Ulkusumschneidung eine Alternative dar.
Bei schwerwiegenden Charcot-Fußdeformitäten sowie Instabilitäten kommen Arthrodesetechniken zum Einsatz. Der plantigrade, belastbare und mit einem Schuh bzw. einer Orthese versorgbare Fuß ist dabei das Ziel der Behandlung.
In den vielen Fällen sind, aufgrund rezidivierender Ulzerationen und Immobilität, nur die partielle Fußamputation oder die Unterschenkelamputation die Alternative zur Arthrodese.
Die Indikation zur Arthrodese muss, unter dem Aspekt der möglichen Reaktivierung des Charcot-Prozesses streng gestellt werden und stellt aufgrund der hohen Komplikationsraten immer einen Risikoeingriff dar, der nur durch die drohende Amputation oder dauerhafte Immobilisierung zu rechtfertigen ist.
Kontraindikation sind das Eichenholtz-I-Stadium und der akute Infekt mit Aszedierung oder Osteomyelitis. Hier besteht jedoch die Möglichkeit eines zweizeitigen Vorgehens, indem zunächst der Infekt saniert wird und anschließend die Fusion erfolgt. Gerade die Infektion stellt eine gute Einsatzmöglichkeit für den Fixateur externe dar.
Eine weitere Kontraindikation wäre eine arterielle Verschlusserkrankung, wobei die DNOAP meist eine gute und ausreichende Vaskularisierung aufweist.


