Pathophysiologie des venösen Rückstroms
Ist der Rücktransport des Blutes zum Herzen gestört (Veneninsuffizienz), wird weniger Blut aus den vorgeschalteten Venenabschnitten abgeschöpfte und der Venendruck fällt weniger ab (venöse Hypertonie). Die Überlastung der Venen wirkt sich im Sinne einer Rückwärtsdekompensation bis in die Kapillaren der Endstrombahn aus. Die für einen geregelten Stoffaustausch erforderlichen Niederdruckwerte können nicht entstehen, die venöse Strömung verlangsamt sich oder sistiert gar. Der Stoffwechsel, insbesondere an Cutis oder Subcutis, wird beeinträchtigt. Auf Dauer ist davon auch das Lymphsystem betroffen, das nur in den Anfangsphasen einer Abflussstörung die interstitielle Flüssigkeitszunahme durch vermehrten Lymphfluss kompensieren kann.
Die am frühesten erkennbare Folge der Entsorgungsstörung ist das Ödem, das neuerliche Druckerhöhungen sowie Flüssigkeitseinlagerungen zur Folge hat und somit die Stoffwechselstörungen verstärkt. Es kommt zu perivaskulären Fibrosierungs-, Degenerations- und Entzündungsprozessen mit trophisch bedingten Hautveränderungen.
→ Chronisch venöse Insuffizienz


