Prävention
Auf Grund des multifaktoriellen Geschehens der Dekubitusentstehung sollten alle möglichen Auslöser für die Entstehung eines Dekubitus erfasst und kritisch betrachtet werden. Ziel der Prävention muss es sein, mögliche Auslöser zu beseitigen oder in ihrer Wirksamkeit abzuschwächen.
Lagerung (Druckentlastung, Druckreduktion)
Durch geeignete Lagerungsmaßnahmen und/oder Bewegungsförderung erfolgt eine Druckentlastung der gefährdeten Bereiche. An Lagerungshilfsmitteln sollten nur so viele wie nötig und nicht wie möglich eingesetzt werden. Die Vermeidung von Immobilität des Patienten/Bewohners (dort wo noch möglich) steht an erster Stelle und ist die beste Prophylaxe.
Hautpflege
Eindeutige Belege, dass Hautpflegemaßnahmen einen Dekubitus verhindern, liegen kaum vor. Trotzdem ist es wichtig, auf eine gut gepflegte und widerstandsfähige Haut zu achten. Insbesondere die Barrierefunktion der Haut (Säureschutzmantel) sollte erhalten bleiben. Zur Körperpflege eignen sich milde, möglichst pH-optimierte Waschzusätze, die nicht parfümiert (Allergiegefahr) sind. Bei inkontinenten Patienten/Bewohnern ist die Haut besonders gründlich zu überwachen.
Ernährung
Mit zunehmendem Eiweiß- und zellulärem Zinkmangel steigt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Dekubitalulcus. Unterschiedliche Studien scheinen zu belegen, dass etwa 25% der im Krankenhaus behandelten Patienten mangelernährt sind und ein hoher Prozentsatz der älteren Menschen einen Zinkmangel aufweisen (Neander 2004). Bei Ernährungsmangel muss eine Eiweißsubstitution, möglichst oral, vor Ernährungssonde und PEG-Sonde, sichergestellt werden (Braun 1997). Intrazellulärer Zinkmangel kann durch Trinknahrung ausgeglichen werden (Neander 2004).


