Rehabilitation
Schwerpunkt rehabilitativer Maßnahmen ist eine orthopädische Schuhversorgung, um über eine individuell an den Fußzustand angepaßte Druckverteilung neuen Läsionen vorzubeugen. Mindestens so bedeutsam ist aber auch eine intensive Schulung des Patienten, um seine Eigenverantwortung zu stärken und ihm vor allem zu einem „neuen Fußbewußtsein“ zu verhelfen. Da viele Patienten nicht mehr über die wichtige Schmerzwahrnehmung verfügen, muss diese durch eine disziplinierte Selbstkontrolle ersetzt werden. Der Patient muss lernen, selbst minimale Risikofaktoren zu erkennen und ernst zu nehmen. Er sollte dazu angehalten werden
· täglich die Füße auf Hornhautschwielen, Rhagaden, Nagelmykosen, Bagatellverletzungen und Anzeichen beginnender Ulcera zu inspizieren,
· sorgsame Haut- und Fußpflege zu betreiben sowie zur Fußpflege keine schneidenden Werkzeuge zu benutzen (am sichersten erfolgt die Fußpflege durch professionelle Fußpfleger/-innen),
· extreme Temperaturen zu vermeiden (z.B. körperwarme Fußbäder),
· saubere, gut sitzende Strümpfe zu tragen und täglich zu wechseln,
· auf gut passendes, nicht einengendes Schuhwerk ohne drückende Nähte zu achten (falls nicht ohnehin eine orthopädische Schuhversorgung angezeigt ist),
· Barfußlaufen zu unterlassen (exponierte Stellen werden verstärkt beansprucht).
Unerlässlich ist des weiteren, die Sicherung möglichst normnaher Blutzuckerspiegel sowie der zielstrebige Abbau von Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum. Denn nur durch eine umfassende und konsequent durchgeführte Sekundärprävention lassen sich erneute diabetische Ulzerationen und in Folge Amputationen drastisch reduzieren.


