Wundmilieu
Bereits im Jahre 1963 konnten Winter und Scales am Tiermodell nachweisen, dass feuchte Wunden schneller heilen als trockene.
Mit Hilfe geeigneter Wundbehandlungsmittel sollte daher immer ein feucht-warmes, physiologisches Wundmilieu angestrebt werden. Es gilt allerdings auf einige Besonderheiten bei Ulcera mit arterieller oder Mischgenese zu achten. Diese Ulcera dürfen erst nach einer erfolgreichen Revaskularisation feucht behandelt werden! Im Zweifelsfall ist konsequent trocken zu behandeln. Siehe diabetisches Fußsyndrom.
Zur Schaffung eines physiologischen Wundmilieus gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- mit Ringerlösung getränkte Mullkompressen
- → mit Ringerlösung getränkte Spezialkompressen
- → Hydrogele
- semiokklusive Wundauflagen, z.B. → Hydrokolloide, → Polyurethan-Schäume, → Filme
Von großer Bedeutung ist auch die Art und Weise der Sekundärabdeckung. Zum einen kann damit der Feuchtigkeitsgehalt in der Wunde gesteuert werden und zum anderen wird die Wundtemperatur beeinflusst.
Temperaturen unter verschiedenen Wundauflagen (Thomas 1990)
| Wundabdeckung | Temperatur auf der Wundoberfläche |
| ohne | 21°C |
| Baumwollgaze | 25°C-27°C |
| Polyurethan-Film | 30°C-32°C |
| Polyurethan-Schaum | 33°C-35°C |
| Hydrokolloid | 33°C-35°C |


