Wundspülung
Für eine effektive Wundheilung ist es unbedingt notwendig, den Wundbelag, eine Mischung aus Zelltrümmern, Fibrinbelägen, Keimen, Biofilm, nekrotischem Gewebe und Wundexsudatresten, durch lokale Wundspülung sorgfältig zu entfernen. Erst danach kann ein phasengerechter Wundverband seine Funktion erfüllen und die Wunde schnell heilen. Ferner wird durch die Spülung häufig erst eine Beurteilung der Wundsituation möglich.
Die Ulcera werden je nach Situation, ein- bis mehrmals mit leichtem Druck ausgespült. Bei Taschenbildung oder Fistelgängen muß eine Knopfkanüle oder ein kurzer Katheder zu Hilfe genommen werden.
Für die Wundspülung (Wundreinigung) stehen verschiedene sterile Lösungen zur Verfügung. In der modernen Wundtherapie gelangen im wesentlichen nur noch drei Spüllösungen zum Einsatz:
- Isotonische Kochsalzlösung (0,9%)
Einziger Bestandteil ist Natriumchlorid. In höheren Konzentrationen (> 0,9%) kommt es zur Schädigung von Granulationsgewebe (Probst u. Vasel-Biergans 2004). Für die normale Wundspülung ist isotonische Kochsalzlösung gut geeignet.
- Ringerlösung
Neben Natriumchlorid-Ionen enthält Ringerlösung Kalium- und Calcium-Ionen, dadurch ist die Gefahr von Elektrolytverschiebungen im Wundbereich verringert. Zur normalen Wundspülung und zum Feuchthalten von Wunden (→ Nass- oder Feuchttherapie) wird Ringerlösung eingesetzt.
- polyhexanidhaltige Wundspüllösung
Diese Wundspüllösung enthält Polyhexanid (=Polihexanid) zur Konservierung gegen Keimwachstum. Ihr Einsatz erfolgt insbesondere bei chronischen Wunden zur Reduktion von Biofilm und bei längerfristigen Anwendungen (Konsensusempfehlung Wundantiseptik 2004; Seipp et al. 2005).


